Neues aus dem KAFV Ilmenau; Stand Oktober 2018

Wie oft und wie laut musste wohl der Schlager von Rudi Carrell gespielt und gesungen werden „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer, wie er früher einmal war“, bis sein Wunsch erhört und auch erfüllt wurde. 1975 war das wohl und er hat das leider nicht erleben dürfen. „Mit Sonnenschein von Juni bis September“; das wurde in diesem Jahr noch beträchtlich übertroffen und wir haben es erlebt.

Aber wie so oft im Leben hat alles seine zwei „Schatten- oder Sonnenseiten“. Die Einen waren glücklich und zufrieden über den schier unendlich langen „Sonnenschein- Sommer“; den Anderen bringt die Trockenheit den wirtschaftlichen Ruin. Wald- und Feldbrände gab es ohne Ende und den Nutztieren vertrocknete das Futter. Ein Schuldiger wurde  schnell gefunden; das ist natürlich der Klimawandel und auf den müssen wir uns einstellen, da er nicht mehr aufzuhalten ist.

Mit dem Wasser, welches oftmals im Überfluss da ist und Schaden anrichtet, müssten wir sparsamer umgehen, es zurückhalten, um es dann in der Not zur Verfügung zu haben. Rudi Carrell hat das in der 2.Strophe seines Schlagers damals schon besungen; „Wir mussten mit dem Wasser sparsam sein“ und das hat heute erst recht Gültigkeit. Und schon sind wir bei unserer gehegten und gepflegten Talsperre Heyda.

Zu Beginn des Sommers hatte sie nicht mal annähernd das Sommerstauziel erreicht, da im Spätherbst der Vorschrift nach Wasser abgelassen werden muss, um Stauraum für ein eventuelles Frühjahrshochwasser zu haben. Es kam aber zu wenig Wasser und das wenige Wasser, das da war, musste dann Anfang Juli über die Wipfra für die Gera abgegeben werden; aus wirtschaftlichen und sonstigen Gründen. Das Unheil kam unaufhaltsam und wir konnten nur erst mal hoffen, dass das Ablassen des Wassers der Talsperre bald ein Ende nimmt.

Die ersten Opfer waren die Teichmuscheln, streng geschützt zwar, aber wenn das Wasser abgelassen wird, bleiben sie im Schlamm unter den alten Stocken stecken und gehen zu Grunde. Einige von uns haben mühselig versucht, sie wieder in tieferes Wasser zu bringen, aber das lag ja auch bald trocken. Tausende geschützte Teichmuscheln mussten aus wirtschaftlichen Gründen ihr Leben lassen!

„Siggi“ Pause protestierte an den verschiedensten Stellen, fand dabei Mitstreiter, aber auch Ignoranten, die auch noch glauben, dass das Recht auf ihrer Seite ist. Dabei gibt es ein „selbständiges Fischereirecht Talsperre Heyda“ als ein das „Grundstück“ der Talsperre Heyda belastendes Recht eines Dritten, welches dem Ilm- Kreis gehört und an uns im vollen Umfang verpachtet ist, aber die Fischerei hat offensichtlich in Thüringen keine Akzeptanz, denn als Vertreter des Eigentümers müssten wir bei solchen Entscheidungen mit am Tisch sitzen.

Und jetzt zum Naturschutz. 1/3 der Wasserfläche der Talsperre Heyda gehören zum „FFH- Gebiet Nr. 66 Wipfratal / Stausee Heyda“ nach EU- Recht mit einem „Verschlechterungsverbot“. Was gibt es also Schlechteres, als diesem Gebiet das Wasser zu entziehen? Der Freistaat Thüringen hat das vor vielen Jahren aus bestimmten Gründen nach Brüssel gemeldet und jetzt hält er sich nicht an die Regeln für dieses Gebiet? Fragen über Fragen müssten eigentlich beantwortet werden, aber das könnten nur Fachleute in einer Runde aller Beteiligten. Nicht aber ein Staatssekretär, der ohne den Fischbestand der Talsperre zu kennen, behauptet, dass keine Gefahr für Tiere und Pflanzen besteht und eigentlich noch eine halbe Million Kubikmeter Wasser abgelassen werden dürften.

Wir machen uns sehr große Sorgen um das Überleben des Fischbestandes der Talsperre Heyda im kommenden Winter. Wer da glaubt, bald ist wieder genug Wasser da, der kennt nicht das sehr kleine Wassereinzugsgebiet der Talsperre Heyda. Ich glaube jedenfalls nicht an Wunder, aber „die Hoffnung stirbt zuletzt“. Mir wird jedes Mal übel, wenn ich mir bei Kontrollgängen von irgendwelchen Typen die Frage anhören muss, „Wann lassen die denn endlich wieder Wasser in den See rein?“ Das zusätzliche Ablassen von Wasser ist zwar gestoppt, aber durch den permanenten Ablass wird der Pegel weiter langsam sinken, solange nicht genug Wasser zufließt.

Die Bemühungen, um Lösungen für die Probleme an der Talsperre zu finden, sind auch hin und wieder erfolgreich, aber immer nur dann, wenn man gemeinsam etwas angeht; so z.B. mit den Förstern und den kommunalen Ordnungsämtern. Die Ordnungswidrigkeiten haben zugenommen und die „ehrenamtlichen bestellten Fischereiaufseher“ kommen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, zumal die Aggressivität von einigen ungebetenen Gästen an der Talsperre zugenommen hat. Nur eine Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern und Behörden kann diese Probleme lösen. „Siggi“ ist aber unermüdlich dabei, diese Zusammenarbeit zu organisieren.

In der Hoffnung, dass alles gut wird und unserem Fischbestand nichts passiert, wünsche ich euch einen angenehmen Herbst mit viel Regen und Petri Heil!

Viele Grüße von
Peter Spieß

Der aktuelle Stand: Leider hat es kaum geregnet und der Pegel am Ablassbauwerk war vom 20. Oktober von etwa 12,70m bis zum 10. November weiter gesunken auf etwa 12,65m.

Wir trauern um Bernd Schumann

Nachruf

Zurückgekehrt von einem Angelausflug nach Rügen haben wir erfahren, dass unser Gründungsvorsitzender und Ehrenmitglied Bernd Schumann am 17.Mai 2017 im Alter von 68 Jahren verstorben ist. Nun trauern wir zusammen mit seiner Lebenspartnerin Brigitte Volk um ihren Partner, seinen Kindern aus erster Ehe Michael mit Familie und Nicol und Lars um ihren Vater, seinen Bekannten und Verwandten um einen Freund, den Mitgliedern des 1. Ilmenauer Sfv und des AV Themar um Bernd, unserem langjährigen Angelfreund und Ehrenmitglied des KAFV Ilmenau.
Bernd ist in Zella- Mehlis aufgewachsen, ging dort zur Schule, studierte an der  TH Ilmenau und blieb da, weil er eine Familie gegründet und einen Arbeitsplatz im Glaswerk Ilmenau gefunden hatte. Schon frühzeitig fand er zum Angelsport und schloss sich einem Verein an. Er ging aber nicht nur zum Angeln, um sich an der Natur zu erfreuen; er war auch erfolgreich. Wenn man ihm beim Flugangeln zuschaute, war das eine reine Freude. Später dann übernahm er auch Verantwortung. So z.B. nach der politischen Wende bei der Gründung des Kreis- Angelfischereiverbandes (KAFV) Ilmenau, dessen Vorsitzender er viele Jahre war oder im Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen (VANT), in dem er erst Vizepräsident und später Präsident war. Beruflich musste er sich einige Jahre nach der Wende umorientieren und war in Großbreitenbach mit dem Recycling von Tonern beschäftigt, bis sein Leben im September 2000 durch einen schrecklichen unverschuldeten Verkehrsunfall verändert wurde. Er kam zwar mit dem Leben davon, aber die Folgen haben vieles verändert. So musste er u.a. auch seine Funktionen in den Verbänden aufgeben und hat seine Arbeit verloren. Später kamen weitere gesundheitliche Probleme dazu, so dass er auch seinen Traum, nach Norwegen umzusiedeln, aufgeben musste. Vermutlich aus den gleichen Gründen hat er sich immer mehr zurückgezogen und unsere Verbindung zu ihm ist leider abgebrochen.
Wir hoffen sehr, dass seine langjährige Partnerin Frau Brigitte Volk und seine Kinder mit der Trauer um ihn fertig werden.
Wir werden das Andenken an Bernd und seine Verdienste um unsere beiden Anglerverbände in Ehren halten.

Der Vorstand des Kreis- Angelfischereiverbandes Ilmenau e.V. und das Präsidium des Verbandes für Angeln und Naturschutz Thüringen e.V.

gez. Peter Spieß    Vorsitzender         und           gez. Karsten Schmidt    Präsident

Vorbereitung und Durchführung von mehrtägigen Angelausflügen.

Die Verwertung des Fanges

"Vorfreude ist die schönste Freude", so sagt es ein Sprichwort. Aber macht man denn vor lauter Freude auf ein paar Tage in der Natur am Angelgewässer auch alles richtig? Hat man alles bedacht und  nichts vergessen? Das wird sich bald zeigen, denn weitab von zu Hause steht einem nur das zur Verfügung, was man mitgenommen hat oder was man improvisieren kann. Aber was soll's, das sommerlich warme Wetter verspricht schöne Tage und es wird schon alles klappen.

Am Gewässer angekommen, wird ein passender Platz gesucht, die Angeln montiert, ein paar Köderfische gestippt, einige beschwörende Sprüche losgelassen und ab geht die "Post" in Richtung Gewässermitte, wo die großen Fische nur darauf warten, endlich was zu fressen zu bekommen. Da offensichtlich Petrus gut gelaunt ist, kommt auch bald darauf ( noch gar nicht eingeplant) ein Biss und nach 10 Minuten wird ein prächtiger Fisch mit dem Kescher gelandet. "Heh Alter, das ist ein Fisch zum Vorzeigen; das gibt ein Mal für die Freunde; und das Alles nach knapp einer Stunde; du bist ein Glückspilz", sagt der Kumpel und ein bisschen Neid, aber auch Bewunderung, sind daraus zu hören. "Das ist eben Können" kam die Antwort, sprach's und nahm den Fisch aus, nachdem er ihn vorschriftsmäßig betäubt und getötet hatte.
Hallo, Angler! Ihr glaubt doch nicht etwa, dass ich euch Anglergeschichten und Märchen erzählen will, ohne dass das einen Grund hat, sondern zum realen Geschehen an der Talsperre Heyda gehört und leider kein Märchen ist. Findet doch ein Angler im nahen Umfeld der Talsperre einen ganz ordentlich ausgenommenen, großen Zander, der noch ganz frisch aussieht, noch nicht von Wildtieren oder Vögeln angeknabbert ist, aber schon einen üblen Geruch verbreitet. Er kann sich das Gesehene nicht erklären, vermutet aber, dass wohl ein Angler diesen (ehemals) prächtigen Fisch einfach entsorgt hat, weil er anfing, zu stinken. Die eben gelesene Geschichte könnte die Vorgeschichte des Frevels sein: der "Könner" hat einfach nicht beachtet, dass man im Sommer einen ausgenommenen Fisch nicht "tagelang" ungekühlt liegen lassen kann. Hätte sich der "Könner" das vorher überlegt, wäre es dazu nicht gekommen. Hätte er Größe bewiesen und Achtung vor der Kreatur gehabt, würde der Fisch heute noch schwimmen oder er hätte eine andere Lösung parat gehabt.
Mein Anliegen ist es nicht, Lösungen für diesen Fall aufzuzählen, sondern zu mahnen, sich vorher zu überlegen, was man so in der Natur machen kann und was nicht, was man verantworten kann oder was nicht kalkulierbare Folgen haben könnte. Wer ans Angelgewässer geht, ohne sich vorher über die praktikable Verwertung eines eventuellen Fanges informiert und ausgerüstet hat, sollte gleich alle Fische zurück setzen, aber das ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss und Gesetze oder Auflagen des Fischereiberechtigten gibt es zu diesem Thema auch genug. Also:  Erst überlegen und dann angeln!
Viele Grüße und Petri Heil für den Rest des Jahres wünscht
Peter Spieß    Vors. d. KAFV Ilmenau e.V.

Hinweise zur Handhabung des Viertel-Jahres-Fischereischeines des Freistaates Thüringen an den Angelgewässern des KAFV Ilmenau

Bericht über die Bewältigung des Massensterbens der Silberkarpfen an der Talsperre Heyda

Nachbetrachtung zum Massensterben der Silberkarpfen in der Talsperre Heyda im Frühjahr 2013

Vorbereitung der Angelsaison 2014 innerhalb des KAFV Ilmenau mit seinen Hausgewässern Talsperre Heyda und Ilm