Der vergangene Winter hat den Kormoranbestand offenbar deutlich stärker getroffen als viele erwartet hatten. Laut dem Ornithologen Christof Herrmann vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern könnte es – ähnlich wie nach dem extrem kalten Winter 2010 – erneut zu einem erheblichen Einbruch der Brutbestände im Ostseeraum kommen.
Während unseres Aufenthalts auf Rügen in der vergangenen Woche konnten wir diese Entwicklung bereits selbst beobachten. Wo sonst größere Trupps von Kormoranen anzutreffen sind, waren diesmal nur vereinzelt Vögel zu sehen. Gleichzeitig lagen auffallend viele Kadaver im Schilfbereich entlang der Küste.
Die Ursachen dafür scheinen vielfältig zu sein. Durch Eisbildung und die niedrigen Wassertemperaturen fanden viele Kormorane offenbar nicht mehr ausreichend Nahrung. Anders als andere Wasservögel besitzen Kormorane kein stark eingefettetes Gefieder und verlieren beim Tauchen in kaltem Wasser schnell Energie. Reicht die Fischdichte nicht aus, geraten die Tiere schnell an ihre Grenzen.
Auch an der Talsperre Heyda beobachten wir derzeit, dass die Kormorane wieder abgezogen sind. Viele Angler hoffen nun, dass sich die Fischbestände in unseren Gewässern in den kommenden Jahren etwas erholen können. Gerade Jungfische und kleinere Friedfische standen in den vergangenen Jahren vielerorts stark unter Druck.
Natürlich wird der Kormoran dadurch nicht verschwinden. Experten gehen davon aus, dass sich die Population innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre wieder erholen wird. Dennoch könnte der harte Winter kurzfristig für eine Entlastung vieler Gewässer sorgen.
Wir möchten euch deshalb bitten:
Meldet uns eure Kormoran-Sichtungen!
Bitte informiert uns über aktuelle Beobachtungen direkt über die Fangkarte unter dem Punkt „Besonderes“. Besonders interessant sind:
- größere Ansammlungen von Kormoranen
- Rastplätze an der Talsperre Heyda oder Ilm bis Gräfinau
Petri Heil!